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Samstag
abend , 29. Dezember 2004
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"Mach`s noch einmal Berhane"
"Mach`s noch einmal Berhane" -Fredy
Schäfer, Meetingdirektor des Sparkassen-Cups wünschte
sich gestern Abend inständig, die äthiopische Weltmeisterin
über 10 000 Meter, Berhane Adere, würde in der Schleyerhalle
ihren eigenen Weltrekord über 3000 Meter knacken. Um es vorweg
zu nehmen - die zierliche Läuferin konnte ihren Clou von 2002
nicht wiederholen, lief aber in 8:37,91 Minuten fast im Alleingang
eine ausgezeichnete Zeit über ihre Spezialstrecke in der Halle.
Baden-Württembergs Ministerpräsident
Erwin Teufel jedenfalls hat das Leichtathletikmeeting gut gefallen.
Er hatte schon immer ein Faible für die Leichtathletik. "Ich
bin schon als 16-Jähriger mit dem Fahrrad zu den Leichtathletiksportfesten
gefahren und hatte immer Freude daran", verriet Teufel. Auch
wenn es mit dem Weltrekord nicht ganz geklappt hatte, gab es einige
Highlights.
Nur schade, dass die beiden überragenden
Sprinter über 200 Meter, Tobias Unger (LAZ Salamander Kornwestheim/Ludwigsburg)
und der 20-jährige Sebastian Ernst vom FC Schalke 04 nicht
in einem Lauf gegeneinander antraten. Dabei wollten sich die beiden
deutschen Asse nicht etwa aus dem Weg gehen, sondern beide wollten
auf der günstigen Bahn vier laufen. Das Ergebnis lautet am
Ende: 20,66 Sekunden für den Lokalmatadoren Unger, 20,74 Sekunden
für den Mann aus dem Ruhrgebiet. Dabei versprach Ernst, der
sich nebenbei die Norm für die Hallen-EM in Madrid sicherte,
- Unger hatte sie schon vorher - "das war noch nicht alles,
richtig schnell laufen wir erst in Madrid." Und der Kornwestheimer
ergänzte: "Der Druck vor heimischem Publikum war sehr
groß, aber mein Lauf war 2+ und ein guter Schritt Richtung
EM." Er erhielt den Sparkassen-Cup für die beste Leistung.
Die SiegerInnen des Sparkassen-Cup
2005
Auch die Stabhochspringer gaben eine gute
Figur ab. Zwar waren die Deutschen schon ausgeschieden, als der
Sieger Ruslan Yeremenko aus der Ukraine die neue Weltjahresbestleistung
von 5,84 Meter überquerte, dennoch konnte zumindest Lars Börgeling
(Leverkusen) zufrieden nach Hause gehen. Er hat mit 5,70 Meter die
Fahrkarte für die EM schon in der Tasche, ebenso wie Sabrina
Mockenhaupt (LG Sieg) in 8:48,57 Minuten über die 3000 Meter.
"Ich bin total zufrieden, das es so gut geklappt hat, kommt
fast ein bischen überraschend, ich dachte, ich brauche noch
ein, zwei Wochen für meine Form, weil ich in letzter Zeit noch
ein paar Wehwechen hatte", freute sich Börgeling. Und
Yuremenko knöpfte dem US-Amerikaner Brad Walker, die nicht
einmal einen Tag alte Weltjahresbestleistung von 5,83 Meter sofort
wieder ab. Bei den Frauen ließ sich die Olympiadritte, Anna
Rogowska aus Polen den Sieg mit 4,60 Meter nicht nehmen und gewann
höhengleich vor ihrer Landsfrau Monika Pyrek.
800-Meter-Olympiasieger Juri Borsakowski
aus Russland hatte die Afrikaner über seine Spezialstrecke
im Griff und nahm in 1:47,18 Minuten einen sicheren Sieg mit nach
Hause - allerdings war der Niederländer Arnoud Okken in 1:46,27
Minuten im B-Lauf sogar schneller.
Über 60 Meter lief es für die
deutschen Sprinter nicht ganz so gut. Doch für Unger war die
kurze Sprintstrecke ohnehin nur Aufwärmprogramm. Als Schnellster
kam der Kubaner Fredy Mayola ins Ziel - in 6,56 Sekunden. Über
60 Meter Hürden zeigte sich Kirsten Bolm aus Mannheim zum ersten
Mal in dieser Hallensaison und überzeugte in guten 8,06 Sekunden.
So sah Erwin Teufel zwar keinen Weltrekord, aber gute Leistungen
und hatte auch mit 65 Jahren wieder viel Freude an der Leichtathletik
- mit einem kleinen Unterschied: diesmal kam er nicht mit dem Fahrrad...........
Ursula Kaiser für Sonntag Aktuell
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