| News vom
13.01.2004 [zurück]
Weltmeister Kenenisa Bekele und
sein Motto:
„Wenn ich laufe, will ich auch gewinnen!“
Stuttgart – Kenenisa Bekele kommt als dreifacher Weltmeister
nach Stuttgart, um beim Sparkassen-Cup am 31. Januar 2004 seine
Premiere in der Halle feiern zu können. Meeting-Direktor Fredy
Schäfer freut sich darüber, dass der 21-Jährige in
der Hanns-Martin-Schleyer-Halle sein erstes Hallenrennen überhaupt
bestreiten wird. „Wir werden über 3.000 Meter bestimmt
ein tolles Rennen erleben.“ Der neue äthiopische Läuferstar
ist auf dem besten Weg in die Fußstapfen seines großen
Vorbilds Haile Gebrselassie zu treten. Bei der WM hat er den zehn
Jahre älteren Helden über 10.000 Meter entthront, nachdem
sich Bekele im März schon zwei Cross-WM-Titel – auf der
Mittel- und Langdistanz – geholt hatte. Nebenbei wurde er
noch WM-Dritter über 5.000 Meter. "Ich bin der Nachfolger
von Haile Gebrselassie", sagt er selbstbewusst, aber keineswegs
arrogant. Dazu bewundert er den Olympiasieger, mehrfachen Weltmeister
und Weltrekordler zu sehr. Davon abgesehen darf man Gebrselassie
keineswegs schon abschreiben. Das weiß auch Bekele.
Seine noch junge Karriere erinnert sehr stark an die von Gebrselassie,
der mit seinen Läufen in die Geschichtsbücher eingegangen
ist. Wie er ist Bekele in der Region Arsi, etwa 300 Kilometer von
Äthiopiens Hauptstadt, Addis Abeba, aufgewachsen. Zusammen
mit fünf Geschwistern musste er sich durchschlagen. Seine Eltern
lebten von der Landwirtschaft. Doch ihr Sohn hatte damit nichts
am Hut. Ihn zog es in die Hauptstadt. Tolossa Kotu, der Olympia-Vierte
über 10.000 Meter in Moskau gilt als sein Entdecker.

Inzwischen wird er von dem holländischen Manager Jos Hermens
betreut, der auch Haile Gebrselassie unter Vertrag hat. Das heißt,
während der Sommersaison lebt Bekele oft in Holland und reist
von dort aus zu den Meetings. Sein Markenzeichen: der unbeugsame
Wille. Er kämpft wie ein Löwe, hat den Biss, den man braucht,
um ganz nach oben zu kommen. Und er lässt sich durch nichts
und niemanden aufhalten.
Auf seinem Weg in die Weltspitze wurde der hagere Läufer allerdings
immer wieder von Verletzungen geplagt. Vor den Trials für die
Olympischen Spiele in Sydney erkrankte Kenenisa Bekele und musste
passen, dafür wurde er Vize-Weltmeister in der Klasse der U20
Athleten. 2001 verhinderten Schmerzen im Unterleib, dass er sich
für die WM in Edmonton qualifizieren konnte, 2002 warfen ihn
Achillessehnen- und Kniebeschwerden zurück. "Wenn er verletzungsfrei
bleibt, bin ich meine Weltrekorde über 5.000 und 10.000 Meter
bald los", glaubt Haile Gebrselassie, der keineswegs neidisch
ist auf seinen blutjungen Landsmann, sondern stolz. "Er wird
der kommende Mann über diese Strecken.“ Bekeles Motto
ist einfach und gut: „Wenn ich laufe, will ich auch gewinnen!"
Und er läuft schnell – das wird er in Stuttgart beim
Sparkassen-Cup am 31. Januar 2004 beweisen.
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