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News vom 10.12.2003 [zurück]

Tobias Unger – 20,41 Sekunden als Bestmarke

Name Tobias Unger
Geboren: 10.7.1979
Größe/Gewicht: 179 cm / 70 kg
Beruf Finanzassistent

Disziplin Sprint

Verein
LAZ Salamander Kornwestheim-Ludwigsburg (> www.laz-salamander.de)

Trainer Michael Corugle

pers. Bestleistung 20,41 sec (2003)

Erfolge
Deutscher Meister 2003, Zweiter 2001
Siebter der U-23 EM 2001
Deutscher Juniorenmeister 2000
mit der Staffel Dritter der Junioren-WM 1998

Es war der 1. Juni 2003 als Tobias Unger bei den Baden-Württembergischen Meisterschaften mit einem perfekten Lauf die Leichtathletikszene überraschte. In Oberkirch stürmte er in 20,41 Sekunden über 200 Meter ins Ziel und sorgte für viele positive Schlagzeilen in Württemberg und über die Landesgrenzen hinaus. Der Lauf von Oberkirch, die sechstbeste Zeit, die je ein Deutscher gelaufen ist, war der Sprint seiner bisherigen Karriere und ließ ihn auf den Zug in Richtung Weltmeisterschaften in Paris aufspringen.

Natürlich waren die Voraussetzungen in Oberkirch geradezu ideal für einen Sprint. Der Rückenwind mit einer Stärke von 1,7 Metern pro Sekunde sorgte für „Speed“ und auch die äußeren Bedingungen mit sommerlichen Temperaturen waren optimal. Allein das konnte aber kein Grund dafür sein, warum der damals 23-Jährige plötzlich so schnell war, wie seit weit mehr als 15 Jahren kein deutscher 200-Meter-Sprinter mehr.

Datiert der Deutsche Rekord doch nach wie vor aus dem August 1985. Aufgestellt von Frank Emmelmann, der bei seinem Rekordlauf die 200 m in 20,23 Sekunden absolvierte. Zu diesem Zeitpunkt war Unger gerade mal sechs Jahre alt.

Der Sprinter von Salamander Kornwestheim/Ludwigsburg arbeitet seit vielen Jahren in Württemberg kontinuierlich mit Micky Corucle zusammen. Das Sprinttraining unter ihm ist kein Spaziergang, wie Unger in einem Interview einmal bestätigte. „Wir trainieren knüppelhart“, lautete sein Kommentar. Für ihn ist die Beständigkeit und das Training nach der „Methode Ost“ – wie er es einmal nannte – für seinen Leistungssprung verantwortlich. Bei den Deutschen Meisterschaften im Ulmer Donau-Stadion ging Tobias Unger als Favorit ins Rennen und holte sich am Ende auch den Meistertitel. Allerdings war es dabei kein ganz so klarer Sieg. Am Ende siegte er aber immerhin in 20,80 Sekunden bei nur 0,4 Metern/Sekunde Rückenwind und konnte sich nach seinem zweiten Platz im Jahr 2001 über den ersten Meistertitel bei den Aktiven freuen.

Nach Oberkirch und Ulm konnten die Weltmeisterschaften kommen. Dafür hatte er sich viel vorgenommen. „In Paris möchte ich meine Bestzeit bestätigen“, war er optimistisch in Richtung Frankreich aufgebrochen. Doch es sollte (leider) anders kommen. Bei seinem Vorlauf über 200 m schien er vom ersten Schritt an verkrampft zu sein und erreichte das Ziel als Sechster in 21,33 Sekunden. Das ist beinahe eine Sekunde langsamer als seine Superzeit von den Baden-Württembergischen Meisterschaften.

Besser, aber auch nicht erfolgreich, präsentierte sich Unger im Staffelrennen. Das deutsche Quartett über 4x100 m mit dem Kornwestheimer, hatte als Dritte im Vorlauf mit 38,91 Sekunden gar nicht so schlecht ausgesehen. Doch im Halbfinale war Endstation. Allerdings traf den 24-Jährigen keine Schuld. Beim Wechsel des Startläufers auf Marc Blume aus Wattenscheid, schien noch alles drin zu sein. Doch die letzte Stabübergabe von Alexander Kosenkow auf Ronny Ostwald ging völlig in die Hose. Anstatt Finale gab es eine Disqualifikation für die DLV-Jungs. In der Staffel aber hatte Tobias Unger mit seinem engagierten Sprint durch die Kurve gezeigt, dass er ein erfahrener Staffelläufer ist und was in ihm steckt.

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