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10.12.2003 [zurück]
Tim Lobinger – der
Mann für die luftigen Höhen
Name: Tim Lobinger
Geboren: 3.9.1972
Größe/Gewicht: 193 cm / 87
kg
Beruf Sportler
Disziplin Stabhochsprung
Verein ASV Köln
seit 1.1.2003 (> www.asv-koeln.de)
Vorherige Vereine
- LG Bonn/Meckenheim (1986-1992)
- Bayer Leverkusen (1993-1996)
- LT DSHS Köln (1997-1998)
- ASV Köln (1999-2000)
- LAZ Quelle Fürth/München 1860 (2001)
- LG Eintracht Frankfurt (2002)
Trainer Michael Kühnke
pers. Bestleistung 6,00m (1997 u. 1999 / Deutscher Rekord)
Erfolge
Hallen-Weltmeister 2003
Hallen-Europameister 1998 und 2002,
Vize-Europameister 1998, EM-Dritter 2002,
Deutscher Meister 1993, 1994, 1997 bis 2000, 2003, Zweiter 1995,
Siebter der Olympischen Spiele 1996,Dreizehnter 2000,
Vierter der WM 1997, Fünfter 2003, Sechster 1999, Elfter 1995,
Fünfter der Hallen-WM 1997, Zweiter beim Weltcup 1998,
Sieger beim Grand-Prix-Finale 2000,
Sieger beim World Athletics Final 2003,
Deutscher Hallenmeister 1997, 2000 und 2003, Zweiter 1995 und 1998,
Europacup-Sieger 2002,Zweiter beim Europacup 1996 und 2000, Dritter
1994 und 1997,
Dritter der Junioren-EM 1991
Er ist der Mann für die luftigen Höhen. Er hält
den deutschen Rekord mit der Bestmarke von 6 Metern. Er ist Hallen-Weltmeister-,
Hallen-Europameister und hat schon mehr als zehn Deutsche Meistertitel
im Freien und unterm Hallendach gesammelt. Er hat das Grand-Prix-Finale
2000 gewonnen und das World Athletics Final 2003. Er ist mit seinem
gewinnbringenden Lächeln und seinem lustigen Zopf ein Strahlemann
bei jeder Siegerehrung. Er ist aber trotz der Erfolge und dem Strahlen
kein pflegeleichter Athlet. Er meldet sich zu Wort, er polarisiert
und er kann auch mal die Grenzen überschreiten, wie beim World
Athletics Final in Monaco als er seine Hose für einige Zeit
zu tief trug. Er – das ist Tim Lobinger, einer der weltbesten
Stabhochspringer, der von vielen als Exzentriker gesehen und bezeichnet
wird, der aber auch seine Meinung sagt – egal ob sie jedem
im Verband gefällt. Tim Lobinger springt nicht nur hoch, er
setzt auch sich immer wieder unter Druck, um seine Leistungsgrenze
zu erreichen. Ein Individualsportler – der manchen Menschen
zu individuell erscheint.
Tim Lobinger - Am 31.01.04 in Stuttgart
Die Weltmeisterschaften endeten für den als sicheren Medaillenkandidaten
gehandelten Tim Lobinger, wie für viele deutsche Athleten in
Paris, mit einer Enttäuschung. Übersprungene 5,80 m standen
bei ihm zu Buche, das reichte weder zum Sieg noch zu einem Platz
auf dem Podest. Er musste sich mit Rang 5 nach einem spannenden
Wettbewerb begnügen. Immerhin 15 Zentimeter höher hätte
er springen müssen, um an den Überraschungssieger Giuseppe
Gibilisco aus Italien heranzukommen und so die erste Medaille für
einen deutschen Stabhochspringer in der WM-Geschichte zu gewinnen.
„Ich war gut, aber nicht gut genug“, beurteilte Lobinger
seine Leistung. Dennoch: Der Stabhochspringer hat mit seinem fünften
Rang eines der besten deutschen Resultate bei der neunten Leichtathletik-WM
in Paris erzielt.
Lobinger hat sich vor und nach den Titelkämpfen in Frankreich
immer wieder zum Zustand seiner Sportart in Deutschland geäußert.
Es waren zumeist kritische Worte über die aktuelle Situation
und das Leistungsniveau in der Leichtathletik. Dabei spielt er nicht
einfach den Funktionären und Trainern beim DLV den Schwarzen
Peter zu. Sie allein seien nicht Schuld an der Misere.
Nein, er fordert die Athleten selbst und nimmt sie in die Pflicht.
„Sie müssen voll hinter ihrem Sport stehen und die Weichen
stellen, um optimale Leistungen zu bringen“ fordert er in
einem Interview mit Blick auf die Olympischen Spiele 2004 in Athen
mehr Mut zur Professionalität.
Nicht gerade professionell hat sich Lobinger allerdings in Monaco
präsentiert. Im Stade Louis II hat der 31-Jährige nach
seinem Siegsprung über 5,91 m eine Striptease-Nummer gemacht
und die Hose nach unten gezogen. Auch wenn es spontan passiert ist,
diese „Ehrenrunde“ war am guten Geschmack vorbei. Er
hat dafür viel Kritik auf nationaler und internationaler Ebene
kassiert, zudem gab es noch eine saftige Geldstrafe. Als Vorbild
für die Jugend und das sind Spitzensportler nun einmal, wird
er für sich selbst den richtigen Schluss ziehen. Der Hallen-Weltmeister,
der über sich selbst sagt, „ich habe eine dicke Haut
und kann so viel Kritik vertragen“, ist intelligent genug,
um sein Handeln entsprechend einzuschätzen.
Die Zukunft wird es weisen und das gilt für ihn vor allem
in sportlicher Sicht. Obwohl aus der anvisierten WM-Medaille in
Paris nichts wurde, hat der Stabhochspringer mit dem Zopf und der
Sonnenbrille noch viele Gelegenheiten, ganz oben zu stehen. „Ich
will bis 2009 weitermachen und meine Karriere nach den Weltmeisterschaften
in Berlin beenden“, kündigte Tim Lobinger bereits in
einem Interview an Danach schließt der Profisportler, der
mit seiner Kritik am gesamten DLV-Team ebenso für viel Aufsehen
gesorgt hat, eine Karriere als Funktionär nicht aus. Dabei
denkt er aber nicht so sehr an den DLV. Er geht gleich einen Schritt
weiter und meint den Weltverband IAAF in Monaco. Auch dort sei vieles
zu verbessern und könne sogar noch mehr kritisiert werden.
Er bleibt also seiner Linie treu – Tim Lobinger legt die Latte
hoch für große Sprünge
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